Universität Bremen

Wasserstoff

der Energieträger von Morgen

Forschung, Digitalisierung und starke Netzwerken gestalten die Zukunft der Wasserstoff-Transformation.
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Datensätze und Tools
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Publikationen
19
Partner
30 Mio €
Förderung
34 Monate
Projektlaufzeit

Forschungsschwerpunkte

1

Stromnetz & Flexibilität

Flexibel fahren statt Netz belasten: Elektrolyse als Baustein der Versorgungssicherheit

hyBit untersucht, wie Elektrolyseure netzdienlich betrieben werden können – also nicht als Belastung, sondern als Beitrag zur Stabilität. Dafür entsteht ein Reallabor mit Echtzeit-Simulationen, das das Zusammenspiel von Stromerzeugung, Netzbetrieb und Wasserstoffproduktion abbildet. Wetterdaten und Lastprofile fließen in die Modelle ein. Ziel ist es, Flexibilitätspotenziale zu identifizieren, Lastmanagement zu verbessern und die Integration erneuerbarer Energien zu erleichtern. Ein zentrales Thema: der Zugang zu Echtzeitdaten und deren Governance.

2

Wärme & Kälte

Die Wärmewende ist ein entscheidender Hebel für die Dekarbonisierung.

hyBit analysiert, wie Abwärme aus der Stahlproduktion in das Fernwärmenetz Bremen-West integriert werden kann. Erste Ergebnisse zeigen: Bereits heute ließe sich ein signifikanter Anteil des Wärmebedarfs decken. Ergänzend wurden umfassende Wärme- und Kältedaten der Stadt Bremen ausgewertet, um automatisierte Lastprofile zu erstellen – eine wichtige Grundlage für wachsende Klimatisierungsbedarfe. Wirtschaftlich ist Fernwärme in vielen Szenarien konkurrenzfähig, doch rechtliche Hürden und begrenzte Baustellenkapazitäten bremsen den Ausbau.

3

Logistik & Mobilität

Wasserstoff ist kein Allrounder, aber ein wichtiger Baustein für Anwendungen, in denen Elektrifizierung an Grenzen stößt – etwa im Schwerlastverkehr oder in Speziallogistik.

hyBit analysiert, wo H₂-Fahrzeuge sinnvoll eingesetzt werden können und wie viele Tankstellen dafür nötig sind. Ergebnis: Schon wenige Stationen im Raum Bremen/Bremerhaven können große Flotten versorgen. Die Wirtschaftlichkeit hängt stark von politischen Rahmenbedingungen und der Integration in industrielle Pfade ab.

4

Industrie & Technik

Die Industrie steht im Zentrum der Transformation.

hyBit untersucht, wie Wasserstoff in der Stahlproduktion eingesetzt werden kann – etwa über die DRI-EAF-Route. Gleichzeitig zeigt sich: Nicht jede Technologie ist sofort umsetzbar. Entscheidend sind verlässliche Rahmenbedingungen, stabile Energiepreise und realistische Pfade. Lokale Cluster mit Energie- und Stoffverbünden können helfen, Risiken zu minimieren und Investitionen abzusichern.

5

Resilienz

Transformation braucht Resilienz – also die Fähigkeit, mit Unsicherheiten umzugehen und sich anzupassen.

hyBit entwickelt Indikatoren, um die strukturelle Resilienz von Energiesystemen zu messen. Dabei geht es nicht nur um technische Robustheit, sondern auch um soziale und wirtschaftliche Stabilität. Ziel ist es, Pfade zu identifizieren, die nicht nur effizient, sondern auch krisenfest sind.

6

Gesellschaft & Ökonomie

Die Wasserstofftransformation betrifft nicht nur Technik, sondern auch Menschen.

hyBit untersucht, wie Kosten verteilt werden, wer profitiert – und wie Beteiligung gestaltet werden kann. In Bremen entstehen neue Netzwerke und Institutionen, die den Wandel begleiten. hyBit unterstützt diesen Prozess mit Dialogformaten, Szenarien und der Kartierung lokaler Initiativen.

7

Transformations-plattform

Digitale Integration für die Energietransformation.

Die Transformationsplattform von hyBit kombiniert vielfältige Ergebnisse aus Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft in einem zentralen digitalen Dashboard. Dort können komplexe Aspekte der Energiewende interaktiv erkundet werden – von Szenarien über Kennzahlen bis hin zu räumlichen Visualisierungen. Wer die Energietransformation nicht nur am Bildschirm erleben möchte, besucht das Virtual Transformation Lab in Bremen. Hier werden die digitalen Inhalte in immersive Formate übertragen und machen die Energiewende greifbar – als Raum für Austausch, Experimente und Koproduktion. Mit dieser Plattform schafft hyBit eine Brücke zwischen Daten, Akteuren und Entscheidungen und unterstützt den Weg zu einer nachhaltigen Energiezukunft.

8

Regulierung & Transfer

Lokale Transformationen sind eingebettet in europäische und nationale Rahmenbedingungen.

hyBit analysiert, wie Regulierung, Konzernstrategien und Datenverfügbarkeit lokale Entscheidungen beeinflussen. Ein zentrales Thema ist der Aufbau von Datenräumen, die echte Koproduktion ermöglichen – zwischen Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Methoden von hyBit sind übertragbar, ihre Umsetzung bleibt kontextsensibel.

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Was genau ist hyBit?

Norddeutschland vereint exzellente Voraussetzungen für Wasserstoff: Häfen & Logistik, On-/Offshore-Wind, Kavernenspeicher und Anbindung an europäische Energieinfrastruktur. In Bremen treffen diese Stärken auf einen der größten industriellen Emittenten – den Stahlstandort im Industriehafen. hyBit nutzt diese Konstellation, um realistische Transformationspfade zu erforschen – technologisch, ökonomisch, rechtlich und gesellschaftlich.

Was macht hyBit konkret?

  • Aufbau einer Transformationsplattform (Digital Twin) für den Standort.
  • Untersuchung gekoppelter Sektoren: Strom, Wärme/Kälte, Mobilität/Logistik, Industrie.
  • Beteiligung von Unternehmen, Politik und Öffentlichkeit.

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